| Antragsteller*in: | Kreisvorstand |
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A-6: Bildung und Chancen, die Mitte stark machen
Antragstext
Eine Gesellschaft ist nur so stark wie ihr Zusammenhalt. Berlin-Mitte lebt von
der Vielfalt der Kulturschaffenden, zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie
engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die das soziale, kulturelle und sportliche
Leben im Bezirk prägen. Sie ermöglichen Teilhabe, Begegnung und demokratisches
Miteinander.
Gleichzeitig geraten viele Einrichtungen und Projekte durch anhaltende
finanzielle Engpässe unter Druck. Vor diesem Hintergrund müssen kreative Räume,
Bildungs- und Weiterbildungsangebote sowie Orte des Austauschs und der Bewegung
gezielt geschützt und gestärkt werden, um gesellschaftliche Teilhabe für alle zu
ermöglichen.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir auf Bezirksebene in den
vergangenen Jahren wichtige Grundlagen geschaffen. Bibliotheken wurden zu
modernen Lern- und Begegnungsorten weiterentwickelt und die quälende
Schulplatznot wurde aufgelöst. Wir werden unser bezirkliches Facility Management
stärken, um endlich auch die Schulsanierungen in den Griff zu kriegen. Denn
soziale und kulturelle Teilhabe setzt Chancen- und Bildungsgerechtigkeit voraus.
Dazu gehört der Zugang zu guter Bildung sowie zu Angeboten, die kreative,
sportliche und ehrenamtliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
ermöglichen. Dafür braucht es gut ausgestattete Schulgebäude, eine angemessene
Lernumgebung und Angebote, die auch außerhalb des Klassenzimmers wirken.
Schulen zu lebendigen Lernorten machen – gute Voraussetzung für Bildung
gewährleisten
Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Deshalb fördern wir Campus-
Entwicklungeninsbesondere im Brunnenviertel und im Gesundbrunnen. Mehr Grün und
Schatten auf Schulhöfen, Schulgärten, ausreichend Fahrradabstellplätze, saubere
Toiletten sowie ein gesundes, leckeres Schulessen sind für uns zentrale
Bestandteile einer guten Bildungsinfrastruktur. Wir treiben die
Schulbauoffensive weiter voran und setzen uns für die Rekommunalisierung der
Schulreinigung ein. Angesichts zunehmender Hitzeperioden fordern wir außerdem
verbindliche Mindeststandards für Hitzeschutz an Schulen in Berlin-Mitte.
Voraussetzung für Chancengerechtigkeit schaffen – für die Kinder von heute und
die Gesellschaft von morgen
Erfolgreiche Projekte wie die Familienzentren an Grundschulen, die BibStartCard
sowie das Sprachförderzentrum in der Badstraße haben gezeigt, wie wirkungsvoll
niedrigschwellige Bildungs- und Beteiligungsangebote für Kinder und Familien
sind. Die enge Verbindung von schulischer und außerschulischer Bildung stärkt
die Chancengerechtigkeit. Viele Kinder können dem Unterricht aufgrund zu
geringer Sprachkenntnisse nicht folgen. Daher fordern wir, dass alle Kinder
spätestens im Jahr vor ihrer Einschulung die Sprachförderung bekommen, die sie
benötigen. Frühe Sprachförderung ist Schlüssel für erfolgreiche Bildung. Wir
setzen uns dafür ein, dass diese erfolgreichen Modelle in Berlin-Mitte erhalten
bleiben und flächendeckend weiterentwickelt werden. So fördern wir Lesefreude,
Sprachentwicklung und Chancengerechtigkeit.
Bildung ist mehr als Schule – außerschulische Bildung stärken
Bildung endet nicht außerhalb des Klassenzimmers. Sie muss Menschen in allen
Lebenslagen begleiten – von der ersten Ausbildung bis zum lebenslangen Lernen.
Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass außerschulische Lernorte und
Unterstützungsangebote im Bezirk Mitte die Ressourcen erhalten, die sie
benötigen. Wir bauen eine neue Mittelpunktsbibliothek für Moabit. Wir sanieren
die Jugendverkehrsschule in der Bremer Straße und stärken die
Gartenarbeitsschulstandorte. Räume der Demokratie- und Umweltbildung wollen wir
erhalten, kostenlose Angebote stärken und moderne Lehrkonzepte für das digitale
Zeitalter entwickeln. Die Begleitung im Übergang von Schule ins Arbeitsleben
wollen wir als Anker für gute Arbeit im Bezirk strukturell unterstützen.
Berlin-Mitte ist ein Bezirk der Vielfalt. Menschen unterschiedlicher Herkunft,
Religionen, Sprachen und Lebensentwürfe prägen unseren Alltag. Diese Vielfalt
ist unsere Stärke. Damit alle mitreden und mitgestalten können, setzen wir auf
verlässliche Beteiligungsstrukturen, mehrsprachige Angebote und den konsequenten
Einsatz gegen Diskriminierung. Durch interreligiösen Dialog, sichtbare Zeichen
der Anerkennung, vielfältige Erinnerungskultur und effektive Anlaufstellen und
Beschwerdestrukturen fördern wir Respekt, Zusammenhalt und Gleichberechtigung.
Kunst und Kultur in Mitte – gute Rahmenbedingungen schaffen
Kunst und Kultur prägen das öffentliche Leben in Berlin-Mitte und sind Ausdruck
urbaner Vielfalt und gesellschaftlicher Teilhabe. Wir schaffen mehr Raum für
Künstler:innen und Kunst und wandeln dafür das ehemalige Gymnasium in der
Levetzowstraße in ein Kunst- und Atelierhaus um. Wir entwickeln die Turmstraße
75 zu einem attraktiven bezirklichen Kulturhaus. Wir wollen die
Rahmenbedingungen stärken, die künstlerische Arbeit im Bezirk ermöglichen, und
nachhaltig absichern – sei es die legale Graffiti-Wand oder das temporär
aufgestellte Kunstwerk im öffentlichen Raum. Wir gestalten eine
Erinnerungskultur, die an Geschichte(n) im Bezirk, an Diktaturen, Kriege und
Kolonialismus erinnert und diese gleichzeitig einordnet.
Für mehr Bewegungsflächen reaktivieren wir alle brachliegenden Bolzplätze. Einen
weiteren Schwerpunkt legen wir auf den Erhalt, die Sanierung und eine faire
Nutzung bestehender Sportanlagen sowie auf kostenlose und niedrigschwellige
Bewegungsangebote im öffentlichen Raum. Öffentliche Sport- und Bewegungsflächen
sollen barrierearm gestaltet und für unterschiedliche Bedürfnisse nutzbar sein.
