Die Forderung nach einem Taubenschlag ist mir zum ersten Mal im Haustürwahlkampf begegnet. Dort habe ich gelernt, dass es in unserem Bezirk eine kleine, aber sehr engagierte Gruppe von Tierschützer*innen gibt, die sich für die Belange der Tauben einsetzen und einen Taubenschlag wünschen. Die Forderung nach dem Taubenschlag ist die konkretste Forderung, die ich aus meinen vielen Haustürgesprächen mitgenommen habe. Dies ist ein Grund, warum ich diese Forderung hier einbringe, obwohl sie – das ist mir bewusst – kontrovers ist.
Zwei weitere Gründe möchte ich nennen:
Erstens: Ich meine, dass es wahlkampftaktisch eine gute Idee ist, zumindest eine konkrete Maßnahme ins Wahlprogramm aufzunehmen, die auf das Konto "Tierschutz" einzahlt. Bei der Bundestagswahl haben knapp 2 % der Menschen in Mitte diese Partei gewählt und ich erinnere mich aus vergangenen Wahlkämpfen an Gespräche mit Menschen, die dieser Partei vor uns den Vorrang gegeben hat. In solchen Gesprächen könnten wir nun darauf hinweisen, dass wir eine zentrale Forderung aus der Tierschutz-Bubble umsetzen werden. Darüber hinaus ist das Thema "Tauben" auch für solche Menschen relevant, die sich über den Dreck auf den Straßen aufregen. Auch hier könnten wir mit unserer Forderung punkten.
Zweitens: Als Landesverband setzen wir Grüne uns seit Jahren für die Position der Tierschutzbeauftragten in Berlin ein. Das Stadttaubenmanagement ist eine ihrer zentralen Forderungen. Ich meine, dass es uns gut zu Gesicht stünde, nicht nur den abstrakten Posten der Tierschutzbeauftragten, sondern auch ihre konkreteren (und fachlich fundierten, wenn auch nicht unumstrittenen) Forderungen zu unterstützen. Im Übrigen positioniert sich auch die LAG Tierschutz positiv zum Stadttaubenmanagament; auch in der AG Urban Jungle wurde das Konzept positiv aufgenommen.
