| Antragsteller*in: | Jonah Hacker |
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O8-1: Jonah Hacker
Name
Bewerbung
Liebe Freund*innen,
Berlin-Mitte ist seit 18 Jahren mein Zuhause. Kaum ein Bezirk ist so facettenreich, so vielfältig, wie dieser. Mitte hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Als Fußballschiedsrichter die unterschiedlichsten Jugendlichen kennenzulernen und zusammenzubringen, auf verschiedensten Bühnen aufzutreten oder berühmte Persönlichkeiten an meiner Schule zu empfangen: All das hat Berlin-Mitte mir ermöglicht, und dafür bin ich wahnsinnig dankbar. Ich bewerbe mich bei euch um einen Listenplatz für die BVV, weil ich genau das an die kommenden Generationen weitergeben möchte. Einen Bezirk der Freiheit, der schier unendlichen Möglichkeiten.
1. Was Mitte ausmacht: Eine Kulturlandschaft, so vielfältig wie Berlin.
Gemeinsam mit meiner Mutter lebe ich in der Nähe der Leipziger Straße. Die meisten Abende in meinen ersten Lebensjahren habe ich aber nicht hier verbracht, sondern in der Komischen Oper. Als ich noch zu jung war, um alleine zu Hause zu bleiben, habe ich meine Mutter, die als Sängerin eher ungünstige Arbeitszeiten hat, fast jeden Abend zur Arbeit begleitet und wurde entsprechend schnell zum Theaterkind. Ich habe es geliebt, mir Dutzende Male die gleiche Oper anzuschauen und hätte schon bald problemlos mitsingen können. In der Schule schrieb ich mit einem Freund ein Titanic-Theaterstück und führte dieses auf, bis ich im Alter von zehn Jahren selbst zum ersten Mal auf der Bühne der Komischen Oper stehen durfte. Aber auch darüber hinaus habe ich es geliebt, auf Bühnen zu stehen. So moderierte ich jede Veranstaltung, die mir in die Quere kam, spielte unter anderem Klavier, Flöte und Geige und brachte gemeinsam mit einem Theaterverlag neue Musicals zum ersten Mal aufs Parkett. Heutzutage verteile ich nirgendwo lieber Robert-Habeck-Flyer als vor dem Konzerthaus oder der Staatsoper. Und nur selten habe ich so beeindruckende Aufführungen erlebt wie auf den großen Bühnen unseres Bezirks. Aber Mitte hat noch so viel mehr zu bieten: Kleine Bühnen, Clubs, Begegnungsorte und Museen. All das macht Mitte zu dem Bezirk, der er heute ist. In den letzten Jahren habe ich daher immer wieder nachbarschaftliche Kunst- und Kulturorte unterstützt. Ihr merkt es: Ich liebe unsere Kultur. Und als Bezirksverordneter will ich mich dafür einsetzen, dass noch viel mehr Menschen unsere Kultur lieben lernen können – mit niedrigschwelligen Angeboten und einem Bewusstsein für die verschiedensten Lebensrealitäten und Bedürfnisse in Mitte. Für eine Kulturlandschaft, die allen offensteht.
2. Moderne Sportpolitik: Wenn Mitte spielt, wächst es zusammen.
Neben unserer Kulturszene brenne ich auch für das Sport- und Vereinsleben. Als Schiedsrichter habe ich die verschiedensten Fußballplätze und -vereine kennengelernt. Das hat meinen Horizont wie keine zweite Erfahrung erweitert. Nirgendwo werden soziale Disparitäten so deutlich wie auf unseren Sportplätzen. Und gleichzeitig ermöglicht Sport, was sonst so oft nicht funktioniert: Echten Zusammenhalt, den Abbau von Vorurteilen und eine unbeschwerte Zeit für alle Kinder und Jugendlichen. Deshalb sind hinreichende Sportangebote so unabdingbar für ein gutes Leben. Mein Job als Schiedsrichter hat mich – mental wie körperlich – herausgefordert und immer wieder meilenweit aus meiner Komfortzone herausgebracht. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen, die über das Wohlergehen von Heranwachsenden bestimmen können. Aber auch beim Sport gilt: Die wichtigsten Erfahrungen werden außerhalb des Rampen- bzw. Flutlichts gemacht. Noch heute spiele ich mit Freund*innen und bis dato Fremden auf dem Bolzplatz bei mir um die Ecke. Das verbindet, selbst in einem so unpersönlichen Kiez wie um die Leipziger Straße. Ich bin überzeugt: Gute Sportpolitik kann Gräben überwinden. Aber dafür müssen wir sie stärker priorisieren. Mitte braucht mehr Sportplätze, aber vor allem mehr öffentliche Zugänglichkeit zu bestehenden Anlagen. Außerdem ist es mir ein extrem großes Anliegen, auch in der kalten Jahreszeit Bewegung zu ermöglichen. Dafür möchte ich das Angebot an öffentlichen Turnhallen und Indoor-Spielplätzen ausbauen und vor allem kostenlose Möglichkeiten für alle Kinder schaffen. Denn Spiel, Sport & Spaß – und damit echte soziale Teilhabe – dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen.
3. Weil wir mehr wollen als laute Parolen: Die richtige Ansprache finden.
Neben meinen beschriebenen inhaltlichen Schwerpunkten sehe ich meine mögliche Rolle in unserer Bezirksfraktion vor allem darin, unsere Öffentlichkeitsarbeit zugänglicher zu machen. Für mich ist klar: Die Menschen in Mitte – und dazu gehört auch die uns leider immer weniger zugewandte Gruppe der Erstwähler*innen – wollen keine lauten Parolen und unhaltbare Versprechungen. Sie wollen eine nahbare Politik, die zuhört, ehrlich ist, und anpackt. Ich bin begeistert, mit welcher Hingabe Steffi, Christopher und viele tolle Kommunalpolitiker*innen aus unseren Reihen sich dieser Aufgabe verschrieben haben. Diesen Kurs möchte ich unterstützen und populärer machen. Eine zentrale Stellschraube sehe ich im Bereich der sozialen Medien, welche wir dringend mit differenzierten und klaren Inhalten bespielen müssen, um ein Gegengewicht zum Populismus zu schaffen und von unserem Politikstil zu begeistern. Meine Rolle als voraussichtlich jüngster Bezirksverordneter würde ich nutzen wollen, um eine besondere Nahbarkeit zu schaffen. Klar ist aber auch: Mein Alter alleine ist hierfür keine Befähigung. Deshalb habe ich in den vergangenen Monaten an Social Media Workshops teilgenommen und einige unserer Direktkandidat*innen in diesem Bereich unterstützt. Auch blicke ich schon jetzt auf eine langjährige Erfahrung im Bereich des Videoschnitts zurück, welche ich gerne einbringen möchte. Für mich bedeutet das konkret, in den nächsten Monaten einen auf die Bezirksebene und auf Steffi und Christopher zugeschnittenen Wahlkampf auf Instagram und TikTok zu führen. Hierfür habe ich mir bereits kurzweilige Formate überlegt, die ich bei Interesse gerne auch mit all unseren Direktkandidat*innen realisiere. Sollte ich euch tatsächlich in der BVV vertreten dürfen, möchte ich diese Arbeit fortsetzen und unser politisches Wirken dauerhaft nach außen tragen.
Liebe Freund*innen, in den vergangenen Jahren habe ich unseren Kreisverband schätzen und lieben gelernt. Besonders viel Herzblut stecke ich in die Stadtteilgruppe Zentrum, deren Co-Sprecher ich nun schon im zweiten Jahr sein darf. Die dort gewonnenen Themen und all eure Perspektiven möchte ich genauso in die BVV tragen, wie meine in dieser Bewerbung beschriebenen Herzensthemen. Ich bin Jonah, 18 Jahre alt, studiere Jura an der Humboldt-Universität und ich kandidiere für ein Berlin-Mitte, das den Kindern und Jugendlichen von heute und morgen die gleichen Chancen, Eindrücke und Möglichkeiten gibt, wie ich sie bekommen habe. Hierfür bitte ich um Euer Vertrauen.
Euer Jonah
Ausbildung: Derzeit Jurastudent an der Humboldt-Universität; vorher Abiturient am John-Lennon-Gymnasium.
Partei: Seit 2025: Co-Sprecher der Stadtteilgruppe Zentrum; Delegierter für die BDK und seit 2026 auch für die LDK; 2025-2026: Delegierter für den Landesausschuss; 2024-2025: Vorstandsmitglied der Grünen Jugend Berlin Mitte.
Schulisches Engagement: Schulsprecher; Organisation und Moderation von Juniorwahlen und Podiumsdiskussionen im Vorfeld von Wahlen (zuletzt zur BTW 2025); außerdem von Gesprächen mit Ljudmyla Melnyk (IEP) und Lutz Taufer (RAF); historische Arbeit an der Ausstellung "Geteilte Unterwelt", die sich mit der Geschichte von Friedhöfen während der deutschen Teilung befasst; Organisation eines Spendenlaufes für die Menschen in der Ukraine.
