| Antragsteller*in: | Sam Hofmann |
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LDK-13: Sam Hofmann
Name
Bewerbungstext
Sam Hofmann - Co-Sprecher AG Vielfalt & Partizipation
Liebe Freund*innen,
mein Name ist Sam, ich bin 36 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Ost-Brandenburg, und lebe und arbeite seit über 15 Jahren in Berlin. Diese Stadt war und ist für mich immer ein heller Leuchtturm, ein Sehnsuchtsort, an dem ich so sein kann, wie ich bin – authentisch. Ich bin als Frau geboren, wusste aber schon immer, dass ich anders bin. Daher war es manchmal auch herausfordernd, in einer strukturschwachen Umgebung aufzuwachsen, in der Diskriminierung von Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, durchaus üblich ist. Dabei habe ich die besorgniserregende Entwicklung hin zu immer konservativeren und rechten Ansichten erlebt. Dieser wachsende Trend spornt mich an, mich politisch aktiv zu engagieren und für eine Zukunft zu kämpfen, die Vielfalt nicht nur anerkennt, sondern auch stärkt.
2015 begann ich meine Transition, um zu werden, wer ich sein möchte. In Berlin habe ich die Möglichkeiten gefunden, meinen eigenen Weg zu gehen. Denn während meines Coming-outs im privaten und beruflichen Umfeld habe ich viel Zuspruch und Unterstützung erfahren dürfen. Aber mir ist bewusst, dass ich als weiße und vor allem männlich gelesene Person sehr privilegiert bin.
Diese Erkenntnis motiviert mich, dafür zu kämpfen, dass jede*r die gleiche unterstützende Umgebung erhält, die ich erleben durfte. Deswegen strebe ich danach, ein sicheres und inklusives Umfeld zu schaffen. Als Co-Sprecher der AG Vielfalt und Partizipation ist mir Selbstbestimmung wichtig. Das Selbstbestimmungsgesetz ist ein bedeutender Schritt, doch der Druck auf die Community bleibt. Vielfalt und Partizipation müssen aktiv gelebt werden, und ich möchte nicht nur die LGBTQIA+ Community vertreten, sondern alle Diversitätsdimensionen berücksichtigen.
Besonders besorgt bin ich über Beispiele wie die neu entstandene Bürgerwehr in Hennigsdorf, die durch die Zustimmung der CDU auf einen Antrag der AfD formiert werden soll. Es muss unbedingt verhindert werden, dass solche Entwicklungen in Berlin jemals Realität werden.
Gerade aus diesem Grund ist mir auch die ostdeutsche Repräsentanz wichtig, um zu zeigen, dass dort nicht nur konservative oder rechte Ansichten vertreten sind, sondern auch großartige Menschen leben, die sich für Vielfalt und Progressivität und gegen Hass und Rückschritt einsetzen. Letztes Jahr habe ich unter anderem beim Brandenburg-Tag in Perleberg den KV-Prignitz unterstützt und kann nur dazu aufrufen, im Sommer vor allem auch in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern aktiv zu werden.
Unser KV ist einzigartig, denn er liegt genau dort, wo Ost- und Westdeutschland aufeinandertreffen. Zudem ist unser Bezirk unglaublich vielfältig. In Berlin-Mitte, wo über 50 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund haben oder keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist es mir wichtig, die politische Teilhabe zu stärken. Demokratie muss durch ein niedrigschwelliges politisches Angebot gefördert werden, damit sich jede*r einbringen kann, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Alter. Darin müssen auch wir besser werden.
Auch die wirtschaftliche Struktur in unserem Bezirk spiegelt die Vielfalt der Menschen wider, die hier leben und arbeiten. Von dem charmanten Tante-Emma-Laden an der Ecke über innovative Start-ups und engagierte Handwerksbetriebe bis hin zu internationalen Großkonzernen – in Mitte findet man eine beeindruckende Bandbreite an wirtschaftlichen Akteuren. Es ist mir ein großes Anliegen, dass diese Vielfalt erhalten bleibt. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass die unterschiedlichen Akteure miteinander vernetzt sind, um voneinander zu profitieren und Synergien zu schaffen.
In uns Bündnisgrünen sehe ich einen verlässlichen politischen Partner, der Konsistenz und Planbarkeit verspricht. Gerade in den dynamischen Zeiten, in denen wir uns befinden, ist dies von größter Bedeutung. Ich setze mich dafür ein, dass deutlich wird, dass wir Grüne über echte Wirtschaftsexpertise verfügen. Im Gegensatz zur CDU, die ihre wirtschaftlichen Entscheidungen oft nach dem Gehör der lautesten Lobbyverbände zu treffen scheint, stehen wir für fundierte und nachhaltige wirtschaftliche Strategien, die den Bedürfnissen aller Bürger*innen gerecht werden.
All diese Herausforderungen, vor denen wir stehen, erfordern ein starkes und engagiertes Miteinander. Ich würde mich sehr über euer Vertrauen freuen und darauf, unseren KV bei der LDK zu vertreten, um an einem gerechteren und vielfältigeren Berlin zu arbeiten.
Liebe Grüße
Sam
