| Antragsteller*in: | Sam Hofmann |
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FLINTA-2: Sam Hofmann
Name
Bewerbungstext
Sam Hofmann - Co-Sprecher AG Vielfalt & Partizipation
Liebe Freund*innen,
mein Name ist Sam, und ich bin Transperson – als Frau geboren und aufgewachsen in Ost-Brandenburg. Seit über 15 Jahren lebe und arbeite ich in Berlin, einer Stadt, die für mich schon immer ein Zentrum der Vielfalt und ein Sehnsuchtsort ist, an dem ich authentisch sein kann. Doch der Weg zu dieser Authentizität war nicht immer einfach. Ich wusste schon früh, dass ich anders bin, und das Aufwachsen in einer strukturschwachen Umgebung, in der Diskriminierung von Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen, weit verbreitet ist, stellte oft eine Herausforderung dar.
In den letzten Jahren habe ich mit Besorgnis die Entwicklung hin zu immer konservativeren und rechten Ansichten beobachtet. Dieser wachsende Trend motiviert mich, mich politisch aktiv zu engagieren und für eine Zukunft zu kämpfen, die Vielfalt nicht nur anerkennt, sondern auch stärkt. Im Jahr 2015 begann ich meine Transition, um zu werden, wer ich wirklich sein möchte. In Berlin fand ich die Möglichkeiten, meinen eigenen Weg zu gehen, und während meines Coming-outs im privaten und beruflichen Umfeld erlebte ich viel Zuspruch und Unterstützung.
Diese positiven Erfahrungen motivieren mich, dafür zu kämpfen, dass jeder die gleiche unterstützende Umgebung erhält, die ich erleben durfte. Daher strebe ich danach, ein sicheres und inklusives Umfeld zu schaffen. Als Co-Sprecher der AG Vielfalt und Partizipation ist mir das Thema Selbstbestimmung besonders wichtig. Das Selbstbestimmungsgesetz war ein bedeutender Schritt, doch der Druck auf die Community bleibt. Vielfalt und Partizipation müssen aktiv gelebt werden! Ich möchte nicht nur die LGBTQIA+ Community vertreten, sondern alle Diversitätsdimensionen berücksichtigen. Soziale Gerechtigkeit ist für mich von zentraler Bedeutung, denn ich bin überzeugt, dass eine Gesellschaft nur dann resilient ist, wenn jeder die gleichen Chancen erhält – unabhängig von Geschlecht, Identität oder sexueller Orientierung.
Neben meiner beruflichen Tätigkeit als kaufmännischer Projektleiter bei Siemens Energy leite ich das globale Mitarbeitenden-Netzwerk für unsere LGBTQIA+ Belegschaft. Diese Position gibt mir die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung einer vielfältigen und gerechten Unternehmenskultur auf globaler Ebene mitzuwirken und die Sichtbarkeit unserer Initiativen zu stärken.
In den letzten Wochen hat mich besonders ein Statement der WHO beschäftigt, das ich während meiner Recherche für einen Artikel zur Sichtbarkeit von Transpersonen fand: Laut der Weltgesundheitsorganisation ist weltweit betrachtet „Gewalt gegen Transpersonen (…) üblich.“ Diese erschreckende Realität macht deutlich, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Mir ist bewusst, dass ich als weiße und männlich gelesene Person privilegiert bin, aber für viele Menschen gilt das nicht. Genau dafür möchte ich mich einsetzen – für Gleichberechtigung, Akzeptanz und das Aufbrechen patriarchalischer Strukturen.
Seit über 10 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in meinem Unternehmen, um eine diverse Unternehmenskultur zu fördern. Dieses Engagement möchte ich unbedingt ausweiten, um auch gesellschaftliche Veränderungen hier in Berlin voranzutreiben. Ich will nicht nur verhindern, dass Gewalt gegen Transpersonen als „üblich“ angesehen wird, sondern auch dafür kämpfen, dass für die FLINTA-Community mehr Safe Spaces entstehen und deren Sichtbarkeit in allen Bereichen gestärkt wird. Durch verstärkte Repräsentanz können wir Vorurteile abbauen und ein Umfeld schaffen, in dem jede*r sich sicher und akzeptiert fühlt.
Lasst uns gemeinsam für eine Zukunft kämpfen, in der Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gefeiert wird! Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir die Chance gebt, unseren KV bei der FLINTA-Konferenz zu vertreten.
Liebe Grüße
Sam
