| Antragsteller*in: | Claudio Struck |
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O18-1: Claudio Struck
Name
Bewerbung
Liebe Freundinnen und Freunde,
Mitte, der Bezirk in dem ich lebe und arbeite, ist nicht irgendein Bezirk. Es ist das Herz dieser Stadt – pulsierend, international, urban und lebenswert. Zur Realität gehören aber auch dies: Bei uns in der Fehrbelliner Straße werden Wohnungen zu Micro Apartments umgebaut, und dann als Ferienwohnungen genutzt. Traditionelle Ladengeschäfte im Kiez verschwinden. Sperrmüll wird gerne auf dem Bürgersteig entsorgt. Wohnstraßen werden zu Rennstrecken.
Ich habe keine Lust mehr, mich darüber nur zu ärgern. Ich möchte etwas verändern. Urbanität im positiven Sinne ist eben kein Selbstläufer. Sie entsteht dort, wo Bürger*innen sich engagieren, initiativ werden und Politik den richtigen Rahmen setzt: damit Dichte nicht in Enge kippt, Vielfalt nicht in Verdrängung und Wachstum nicht auf Kosten des Zusammenhalts geht. Es gibt gute Beispiele, die motivieren. Der Weinbergspark in meiner Nachbarschaft ist eine Perle, und kämpft dennoch gegen Übernutzung und Verschmutzung. Die Anwohner-Initiative „10119_lebenswert“ wollte sich damit nicht abfinden. Das Bezirksamt hat reagiert und die Rasenfläche erneuert. Ein erster Schritt.
Ich kandidiere, weil ich glaube, etwas beitragen zu können – mit Engagement und einer Kombination aus politischer und beruflicher Erfahrung. Von 1992 bis 2000 war ich Mitglied der BVV Charlottenburg und Sprecher meiner Fraktion für Bau- und Stadtentwicklung. Im Deutschen Bundestag leitete ich die Büros von Franziska Eichstädt-Bohlig und Kerstin Andreae, und habe dort Grüne Bau- und Wirtschaftspolitik mitgestaltet. Danach war ich in Brasilien für die FU Berlin und das Auswärtige Amt als Projektmanager tätig und habe anschließend in Berlin bei Joschka Fischer & Company Projektentwickler und die Bauwirtschaft beraten. Ich weiß, wie man konkurrierende Interessen zusammenführt. Das gilt besonders für meine zwei Schwerpunktthemen.
Bau, Wohnen und Stadtentwicklung
Mitte benötigt mehr bezahlbaren Wohnraum. Wie kann das auf kommunaler Ebene funktionieren? Die Umnutzung von Gewerbe- in Wohnraum vorantreiben, Neubau beschleunigen, Abriss von Wohnraum verhindern, Aufstockungen und Dachgeschossausbauten im Bestand fördern, den Bau-Turbo als planungsrechtliches Instrument konsequent einsetzen. Gleichzeitig braucht es Bauverpflichtungen, damit aus Plänen auch tatsächlich Wohnungen werden.
Die Wohnungssuche in Mitte gleicht einer Lotterie. Deshalb muss das Zweckentfremdungsverbot effektiv durchgesetzt und rechtswidrig überhöhte Mieten konsequent sanktioniert werden. Das ist die Voraussetzung dafür, dass dieser Bezirk vielfältig und urban bleibt.
Stadtentwicklung und Klimaschutz gehören zusammen. Klimaresiliente Bauweise, erneuerbare Energien, Regenwasserversickerung und Hitzeschutz gehören in jeden Bebauungsplan. Als Bezirk können wir im eigenen Gebäudebestand vorangehen und über verbindliche Bauleitplanung dafür sorgen, dass Investoren diesen Weg mitgehen.
Wirtschaft
Berlin-Mitte ist ein außergewöhnlicher Wirtschaftsstandort: Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Kreativwirtschaft, Kultur, Startups, internationale Konzerne und nicht zuletzt Wohnen auf engstem Raum. Diese Vielfalt ist eine Stärke, schafft aber auch Konflikte. Zwischen Gewerbe und Wohnen, zwischen Wachstum und Kiez-Identität. Einen fairen Ausgleich zu finden ist politische Arbeit, auf die ich mich freue.
Unternehmer*innen suchen Verlässlichkeit: ein Anruf, der beantwortet wird. Ein Bescheid, der zeitig kommt. Unser Wahlprogramm setzt genau hier an: mit Praxis-Checks für Genehmigungsverfahren, echten Netzwerken zwischen Unternehmen und Verwaltung und gezielter Beratung zu Förderprogrammen. Hier bringe ich meine Netzwerke und Beratungserfahrung direkt ein.
Warum jetzt, warum Mitte?
Nach Jahren in Beratung und Projektarbeit habe ich mich dieses Jahr als Kommunikationsberater selbstständig gemacht. Die dadurch gewonnene Flexibilität möchte ich nutzen, um mich wieder kommunalpolitisch zu engagieren. Mitte ist dafür der richtige Ort: der spannendste Bezirk Berlins, mit einem großartigen Kreisverband, der Realpolitik ernst nimmt.
Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Euch.
Claudio Struck Berlin | claudiostruck@mac.com | +49 151 149 97 571
Ausbildung Magister Artium – Geschichte & Amerikanistik, Freie Universität Berlin
Berufliche Stationen
1992 – 2000 Berlin. Mitglied der BVV Charlottenburg, Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Bau- und Stadtentwicklung
2000 – 2007 Berlin. Deutscher Bundestag. Berlin Büroleiter der MdB Franziska Eichstädt-Bohlig und Kerstin Andreae, Bündnis 90/Die Grünen
2007 – 2011 São Paulo, Brasilien. Projektleiter. FU Berlin. Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer.
2012 – 2014 São Paulo / Berlin. Projektleiter „Alemanha+Brasil 2013–2014". Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und Auswärtiges Amt
2015 – 2016 Berlin. Bundesgeschäftsstelle Bündnis 90/Die Grünen. Referent. Unternehmenskontakte.
2016 – 2024 Berlin. Joschka Fischer & Company GmbH. Partner. Kommunikationsberatung
Seit 2024 Berlin. Selbstständig. Kommunikationsberatung
